Autofrei dem Herzen folgen

Rainer Juriatti am 7.2.2008

Autofasten

Die Karre einfach stehen lassen

Neulich habe ich zum erneuten Mal tief in die Tasche greifen müssen. Der Service hat mich 368 Euro gekostet. 368 Euro! Man stelle sich das vor. Jeden Jänner kaufe ich mir um 360 Euro die Jahreskarte beim Verkehrsverbund, weil ich seit Jahren zur Arbeit pendle - mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ganze Jahr fahr ich mit der Karte, das ganze Jahr! 368 Euro! Für das bisschen Service und Pickerl.

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Aus dem Vollen schöpfen

Rainer Juriatti am 6.2.2008

Suppe

Aus der Fülle in den Verzicht?

Jedes Jahr schwappen wir aus der Umtriebigkeit des Faschings - der mich ganz fesselt und begeistert - hinein in die Depression der Fastenzeit. Mit einem Schlag nämlich sind die Masken abzulegen. Mit einem Schlag nämlich enden die Trommelwirbel der Guggamusiker. Mit einem Schlag weichen die Faschingsvorhaben, die Maskierungsideen, die süßen Versuchungen der Entbehrung. Und so sehe ich mich jedes Jahr wieder stehen unter massig Prominenz. Im Landhaus stehen wir bescheiden Schlange und schöpfen aus dem vollen Suppenkessel der Katholischen Frauenbewegung. Essen Brot dazu und ich höre alljährlich wieder mein Magenknurren.

Hoffnungsblicke über den Fasching hinaus

Rainer Juriatti am 5.2.2008

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An der Schwelle zur Fastenzeit

Und - wo lebst du? hörte ich vor einigen Wochen einen Jugendlichen den anderen fragen. Ich lebe mein eigenes Leben, antwortete der, wohne aber noch bei meinen Eltern. Die beiden lachten. Und ich mit ihnen. Den Blick geweitet, dachte ich. Nach vorne gerichtet. Nichts anderes signalisierte diese Antwort. Voller Erwartung auf das Kommende. Auf den entscheidenden Wechsel vielleicht. Hinein in ein neues Leben, inklusive einer eigenen Welt, in der gewohnt wird.

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Verrücktheit macht das Leben süß

Rainer Juriatti am 4.2.2008

Verrückt2

Vollkommen ausgeflippt

Der Fasching hat ja was ganz Tolles an sich: sobald wir unsere Masken anziehen, läuft alles ganz großartig, wir sind glücklich und in unüberbietbarer Hochstimmung. Der ganze Alltag fällt von uns ab. Mit Wonne sehen wir, wie das Landhaus, die Rathäuser gestürmt werden. Sogar der Gottesdienst ist plötzlich eine Mordsgaude, mit Guggamusik und allem Brimborium. Super so. Die Faschingstage sind laut, bewegungsreich, voller Tanz und Schwung.In diesen Tagen fühlen wir, dass wir die Lieblinge Gottes sind.

Dem Herzen folgen

Rainer Juriatti am 1.2.2008

 

Mitten in der Mariahilferstraße

Handeln wie der barmherzige Samariter

Mitten in der Mariahilferstraße. Mitten im Juli. Bei 38 Grad. Zu heiß, um einzukaufen. Zu teuer, um in einem der Straßencafés etwas zu trinken. Trotzdem sind sie alle voll. Die Geschäfte ebenso wie auch die Cafés. Einer Anklage kommt er entgegen, dieser Körper, der mitten unter den Menschen liegt. Natürlich habe ich keine Ahnung, weshalb er hier liegt. Meine Phantasien gehen nicht weit dabei. Höchstens bis zur Betrunkenheit. Und dann ahne ich, was es heißt, seinem Herzen zu folgen. Nicht vorbeigehen. Rütteln. Auf den Atem achten. All das weiß ich.

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