Weltaidstag: Lernen um zu leben

Redaktion am 1.12.2008

Weltaidstag

Jugend Eine Welt engagiert sich im weltweiten Kampf gegen HIV/AIDS und für das Leben.

Laut aktuellem UNAIDS-Report starben im Jahr 2007 weltweit etwa 290.000 Kinder an den Folgen von AIDS, 420.000 haben sich neu mit dem Virus angesteckt. 15 Millionen Mädchen und Buben haben Mutter, Vater oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren.

“Vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern sind Kinder und Jugendliche massiv von AIDS bedroht. Sie sind selbst erkrankt oder zu Waisen geworden, ” so Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt. “Zahlreiche unserer Partner und Partnerinnen haben auf die jeweilige Situation reagiert und verschiedene Programme und Projekte ins Leben gerufen, ” so Heiserer: “Einerseits werden bereits Erkrankte und AIDS-Waisen betreut, andererseits wird viel Energie in die Aufklärung gesteckt.”

“Wer behauptet kein AIDS zu haben, hat sich nur noch nicht testen lassen.”

Geschätzte 1.500.000 Menschen in Mosambik leiden an der tödlichen Immunschwächekrankheit AIDS oder tragen den HI-Virus, der die Krankheit auslöst, in sich. Darunter sind etwa 100.000 Kinder. Die Lebenserwartung in Mosambik liegt mittlerweile, nicht zuletzt aufgrund der hohen AIDS-Rate, bei unter 40 Jahren.

“Die Menschen hier haben ein Sprichwort. Sie sagen, wer behauptet kein AIDS zu haben, hat sich nur noch nicht testen lassen, ” erzählt Jugend Eine Welt-Partner, P. Ricardo Càceres SDB: “Ein großes Problem ist, dass die Menschen nicht Bescheid wissen, wie sie sich schützen können. Leider sind die Leute, die aufklären sollen, oft selbst sehr schlecht ausgebildet.”

Der gebürtige Chilene lebt und arbeitet seit Jahren in der Kleinstadt Moatize am Fluss Sambesi im Westen Mosambiks. Hier betreiben die Salesianer Don Boscos eine Schule, in der etwa 900 Schüler und Schülerinnen unterrichtet werden. “Wir Salesianer sind tagtäglich mit HIV/AIDS konfrontiert. Viele unserer Gemeindemitglieder leiden an AIDS, viele Kinder in unserer Schule sind krank oder haben ihre Eltern durch die Krankheit verloren, ” so P. Ricardo: “Ein wichtiger Ansatz zur Eindämmung der Pandemie liegt in der Bildung und Aufklärung der jungen Leute. Unsere Antwort auf HIV/AIDS ist ein Programm zur Prävention.”

Entstanden sind mehrere Handbücher für verschiedene Altersklassen, die adäquate Informationen zum Thema HIV/AIDS enthalten - Was ist AIDS? Wie kann ich mich davor schützen? Was kann ich tun, wenn ich bereits erkrankt bin? etc. Das Material wird in den Schulunterricht eingebaut. “In den staatlichen Schulen wird wenig Aufklärung in diese Richtung betrieben, dort werden maximal Präservative verteilt. Doch das alleine kann nicht reichen.” erklärt P. Ricardo: “Uns geht es darum, den Kindern und Jugendlichen die Problematik von HIV/AIDS überhaupt zugänglich zu machen.”

Education for Life - Bildung für das Leben

Die Salesianer Don Boscos in Mosambik erreichen momentan mit ihrem Programm mindesten 20.000 Kinder und Jugendliche - bewahren somit Tausende vor einer Ansteckung und ersparen ihnen und ihren Angehörigen großes Leid.

Die Situation ist dramatisch. In Mosambik liegt die Rate der HIV-Neuinfektionen offiziell bei ungefähr 20 Prozent. Doch die tatsächliche Zahl ist höher. “Nicht alle gehen zum Arzt oder lassen sich testen, ” so P. Ricardo: “AIDS ist sehr stark mit falschen Mythen und Diskriminierung verbunden oder wird verharmlost. Darum ist Information das wichtigste Instrument im Kampf gegen diese heimtückische Krankheit. Wir müssen schon bei den Kindern beginnen und ihnen erklären, was AIDS ist und wie sie sich davor schützen können.”

Unter dem Titel “Education for Life”/”Bildung für das Leben” haben die Jugend Eine Welt-Partner, die Salesianer Don Boscos, eine weltweite Aufklärungs- und Bildungskampagne zum Thema HIV/AIDS gestartet.

Die zwei Kinder auf dem Bild stehen für 100.000 Kinder in Mosambik, die an der Krankheit AIDS leiden oder den tödlichen HI-Virus in sich tragen.

Informationen: Kathrin.Ivancsits@jugendeinewelt.at

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