Einfach nur da sein…

Redaktion am 20.10.2008

Blume

Trauergruppen der Hospizbewegung Vorarlberg geben Halt und bieten Austausch

“Mitleid wollte ich nie, Mitgefühl schon.” Birgit S. hat in den vergangenen Jahren schwierige Zeiten durchlebt. Es war wie ein großes Loch, in das ihre Familie fiel, als ihr Ehemann und Vater der damals sechs- und achtjährigen Kinder die Diagnose “Krebs - fortgeschrittenes Stadium” erhielt. Danach folgten acht Monate Krankheit, Hoffen und Bangen, Verzweiflung, Wut und Schmerz. Im Juni 2006 musste der Familienvater seinen Kampf gegen die Krankheit endgültig aufgeben. ”Es ist für mich im Nachhinein beruhigend zu wissen, dass er friedlich und ohne Schmerzen gegangen ist”, erzählt Birgit S. “Wir konnten doch noch über viele Dinge sprechen, obwohl ich das teilweise auch verweigert habe.” Zu groß war die Angst vor dem Danach, die Angst vor dem endgültigen Abschiednehmen. Ganz im Reinen ist sie mit ihrem Schicksal bis heute nicht: “Ich muss meinen Weg finden, damit es in Ordnung kommt.”

Halt gaben ihr während Krankheit und Trauer treue Freundinnen, “die einfach da waren”. Die Nackenhaare stellt es ihr hingegen heute noch bei Floskeln, wie “Die Zeit heilt Wunden”, “Das Leben geht weiter” oder gar der Aufforderung “Hör auf zu weinen” auf. “Man muss den Trauernden zugestehen, dass es schmerzt.” Hilfreich war ihr ein möglichst “normaler Umgang”. “Es ist auch wichtig, dass man über den Verstorbenen redet. Ich bin die, die ich heute bin, auf Grund meiner Geschichte und da ist eben der Tod von Franz ein wichtiger Teil davon.”

Verständnis und Unterstützung erhielt die junge Frau auch in einer Trauergruppe, die von der Hospizbewegung der Caritas Vorarlberg in allen Teilen des Landes angeboten werden: “Es tut gut, mit Menschen zu reden, die mitfühlen können. Menschen, die ähnliches erlebt haben, auch wenn jede Geschichte wieder eine andere ist.” Ab und zu sei ihr die Trauergruppe wie ein kleines Rettungsboot vorgekommen, das neben einem Kreuzfahrtschiff dahinschipperte: “Da oben feierten sie Party und wir schauten zu.” Eines habe sie in der Trauergruppe gelernt, schildert Birgit S.: “Jeder trauert auf seine Art. Die einen wollen darüber reden, andere leiden im Stillen. Es ist aber jeder Weg zu respektieren.”
Angebot von Trauergruppen

Wer einen geliebten Menschen verliert, gerät meist aus dem Gleichgewicht. Es kostet Kraft mit dem Verlust zu leben und das Leben neu zu ordnen. Gefühle der Ohnmacht, der Unsicherheit, Angst und Einsamkeit prägen die Zeit der Trauer, Fragen nach dem Sinn und über die Zukunft stehen im Raum. “Trauer braucht Zeit. Trauer braucht Geduld. Trauer braucht verständnisvolle Menschen. Und: Trauer ist ein Weg, der gegangen werden muss”, betont der Leiter der Hospizbewegung Vorarlberg, MAS Karl Bitschnau. Im Herbst startet die Hospizbewegung im ganzen Land mit

Trauergruppen:
Gesprächsrunde für Trauernde
Leitung: Diakon Reinhard Waibel, Maria Hammerer
Ort: Dornbirn, Pfarramt St. Christoph, Rohrbach 37
Anmeldung und Information: T 05572-23344

Treffpunkt für Trauernde
Leitung: Maria Hammerer
Ort: Bregenz, Lebensraum, Clemens-Holzmeister-Gasse 2
Anmeldung und Information: T 05522/200-1100
Hospizbewegung Vorarlberg

Treffpunkt für Trauernde
Leitung: Maria Hammerer
Ort: Feldkirch, Caritashaus, Wichnergasse 22
Anmeldung u. Information: T 05522/200-1100
Hospizbewegung Vorarlberg

HOKI-Trauerbegleitung für Eltern Kinder und Jugendliche jederzeit auf Anfrage
T  0664-8240020
E-Mail: hospiz.kinder@caritas.at

Einzelbegleitung für Trauernde
in allen Regionen
Information: 05522/200-1100
Hospizbewegung Vorarlberg

Trauergruppe für  Eltern die ihr Kind vor, während oder nach der Geburt verloren haben
Leitung: Maria Hammerer  und Marlene Lang
Ort: schwanger.li Feldkirch, Bahnhofstraße 18
Anmeldung:  HOKI T 0664-8240020 + hospiz.kinder@caritas.at

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