Herr, ich habe Angst

Dietmar Steinmair am 10.8.2008

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Impuls zum heutigen Sonntagsevangelium, dem Gang Jesu auf dem Wasser (Matthäus 14,22-33)

Von Martin Luther King ist uns ein Text überliefert, der seinen Umgang mit der Angst beschreibt. Eine Angst, von der uns auch in der neutestamentlichen Erzählung vom Sturm auf dem See berichtet wird: .

Herr, ich habe Angst

Ich war am Ende meiner Kraft.
Ich saß am Küchentisch
und grübelte darüber nach,
wie ich von der Bildfläche verschwinden könnte,
ohne als Feigling zu erscheinen.
In diesem Zustand äußerster Erschöpfung
und völliger Mutlosigkeit
legte ich Gott meine Not hin.
Den Kopf in den Händen betete ich laut.
Die Worte in dieser mitternächtlichen Stunde
sind mir noch in lebendiger Erinnerung:

„Herr, ich glaube,
dass ich für eine gerechte Sache kämpfe.
Aber ich habe jetzt Angst.
Ich kann nicht mehr weiter.
Ich habe einen Punkt erreicht,
wo ich es allein nicht mehr schaffe.“

In diesem Augenblick
erlebte ich die Gegenwart Gottes wie nie zuvor.
Mir war, als hörte ich eine Stimme,
die mir Mut zusprach:

„Stehe auf für die Gerechtigkeit!
Stehe auf für die Wahrheit!
Und Gott wird immer auf deiner Seite stehn!“

Fast augenblicklich waren meine Ängste dahin.
Meine Unsicherheit verschwand!
Ich war bereit, allem ins Auge zu sehen.
Die Furcht klopfte an die Tür.
Der Glaube antwortete.
Niemand trat ein.

Martin Luther King

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