Gebet der liebenden Aufmerksamkeit

Petra Steinmair am 20.7.2008

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Unkraut und Weizen nebeneinander wachsen zu lassen (vgl. Mt 13,24-43),
nicht mit dem Unkraut unseres Lebens auch den Weizen auszureißen,
Geduld zu haben mit sich selbst und mit anderen,
das ganze Leben anzunehmen -
das ist oft eine große, eine schwierige Herausforderung.

Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit ist eine Möglichkeit,
sich in den liebenden Blick Jesu auf mein Leben einzuüben.

Gebet  der liebenden Aufmerksamkeit

Am Ende eines Tages lasse ich den vergangenen Tag nochmals an mir vorbeiziehen.
Ich finde mich ein und sage Dank.
Ich setze einen bewussten Anfang und bitte Gott, dass ich mit seinen Augen auf meinen Tag zurückschauen kann.
Ich bin da vor Gott, der mich liebevoll ansieht wie ich bin - mit meinen Stärken und Schwächen.

Ich schaue in den Tag

Mit liebender Aufmerksamkeit - ohne gleich zu urteilen und zu werten wende ich mich dem zu, was heute war:
Welche Gedanken und Gefühle begleiteten meinen Tag?
Wo und wann habe ich Ermutigung und Trost erfahren?
Wo habe ich Angst, Misstrauen, Enttäuschung verspürt?
Welchen Menschen bin ich begegnet?
Wem bin ich ein “Nächster” geworden?
Wer ist mir zum Nächsten geworden?

Danken und versöhnen

Ich spreche mit Gott wie mit einem guten Freund, einer guten Freundin und kann für den vergangenen Tag, für all das, was mir begegnet ist, danke sagen. Aber auch alles Unversöhnte, Missglückte, alle Lieblosigkeiten und Fehler kann ich vor Gott bringen mit der Bitte, dass er es heilen und verwandeln möge.
Ich achte auf das, was in mir weiterwirken will und beende den Rückblick mit dem Vaterunser-Gebet.

(aus der Exerzitienmappe “Ein Nächster werden”, Feldkirch 2008)

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