Aisha, meine Freundin

Redaktion am 21.7.2008

Symbolbild Aisha

von Magdalena Mattle, BG-Dornbirn, 3c

Vor ein paar Jahren kam eine Ausländerin, sie stammte aus der Türkei, in meine Klasse. Sie hieß Aischa und hatte andere Kleidung an als wir. Sie trug Röcke und Kopftücher statt Jeans und T-Shirts. Das war für mich und meine Klassenkameraden neu, denn wir hatten keine Ausländer bis jetzt in der Klasse gehabt. Aischa fand sich bei uns nicht sehr gut zurecht. Deutsch war für sie sehr schwer und weil sie anders aussah, hatte sie keine Freunde.

Meine Deutschlehrerin winkte mich nach der Stunde zu sich. Sie fragte, ob ich vielleicht Aischa in Deutsch Nachhilfe geben könnte. Ich stimmte zu. Meine Freundinnen warteten auf mich, vor der Schule. Sie löcherten mich mit Fragen. Ich erzählte ihnen, dass ich Aischa Nachhilfe in Deutsch geben würde. Sie sahen mich geschockt an und fingen an zu schimpfen: Ich solle der doch nicht helfen. Die sei ja so blöd. Ich sagte ihnen, dass ich es erst einmal probieren werde.

Am Freitag um 14.30 Uhr war die erste Nachhilfestunde. Aischa kam zu mir nach Hause. Sie war sehr nett, aber zurückhaltend. Nach einer Stunde Deutsch waren wir fertig. Ich fragte sie, ob sie noch bleiben wollte. Dann redeten wir ein bisschen über unsere Klasse. Danach überredete ich sie, eine Jeans und ein T-Shirt von mir zu probieren. Ich ging einstweilen aus meinem Zimmer. Danach kam sie in den Flur zum Spiegel. Die Kleider standen ihr wirklich gut. Wir hatten großen Spaß. Von diesem Moment an waren wir die besten Freundinnen.

Als ich an nächsten Tag mit Aischa anstatt mit meinen früheren Freundinnen die Mittagspause verbrachte, waren sie sehr verärgert. In der Klasse behandelten sie mich und Aischa, als wären wir Luft. Meine Freundinnen sagten zu mir, ich hätte die Wahl zwischen Aischa und ihnen, aber ich folgte meinem Herzen und das sagte mir, ich solle mich für Aischa entscheiden. Mir machte es nichts aus, von der Klasse wie Luft behandelt zu werden, denn das sind keine richtigen Freunde/innen.

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