Kommt … ich werde euch Ruhe verschaffen!

Sr. Clara Mair am 4.7.2008

Urlaub

14. Sonntag im Jahreskreis, Mt 11,28-30:

Viele freuen sich schon auf den Urlaub.
Nach dem langen, intensiven Arbeitsjahr einfach mal weggehen oder wegfahren von allem. So mancher Traum von Ferien in den Bergen, am Meer, in einem fernen Land geht nach einem arbeitsreichen Jahr wohlverdient in Erfüllung: Reisen, Klettern, Berge erklimmen, fremde Kulturen kennen lernen, für uns interessante Gebäude besichtigen, am Strand liegen und vieles mehr.

Die Sehnsucht zur Ruhe zu kommen, Erholung zu finden, steht für uns meist in Verbindung mit dem Weggehen aus unserer gewohnten Umgebung. Pause machen, Aufatmen und an nichts denken, nichts organisieren müssen, die Seele baumeln lassen.

Es wäre interessant Urlaubserfahrungen auszutauschen. Für mich waren das immer Erfahrungen, die mit der Größe und Schönheit der Natur zu tun hatten: das Rauschen der Wälder, das Toben des Meeres im Sturm oder seine absolute Stille und das Leuchten des Mondes über dem See, der Duft der Rosen und das Krachen und Knacken bei jedem Schritt durch die ausgedörrten Plantagen, Sonnenuntergang auf einem Berggipfel, das Spiel des Windes und der Wolken …

Jede und jeder von Ihnen kann hier sicher eigene Bilder einflechten. Bilder, die nur abseits der Touristenströme in das Herz eindringen können. Bilder der Ruhe, die auch in späteren Stunden Kraft schöpfen lassen! Bilder, die zutiefst von dem Wissen geprägt sind: Da war mir Gott ganz nahe!

So ist Jesu Angebot ganz einfach. Er schickt uns nicht weg auf die Insel, in die Berge, ans Meer … Er lädt uns ein: KOMMT zu mir… ich werde euch Ruhe verschaffen. Er will schenken, was wir uns nicht selbst geben, was wir nicht selbst machen können: Ruhe für die Seele, Frieden im Herzen, Geborgenheit erfahren.

Was uns wahrhaft glücklich und zufrieden macht, das empfangen wir, wird uns geschenkt. Es ist dort, wo ich mich fallen lassen kann, dort wo mich jemand hält, trägt… dort, wo ich sein darf mit all meiner Schwäche, Krankheit und Unzulänglichkeit, mit all meinen Talenten, Vorzügen und Möglichkeiten, dort, wo ein anderes Herz mir gut ist.

Franz Sales drückt es so aus: “Das große Glück im Leben, in der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.”

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