Gold, göttlicher Glanz

Wolfgang Ölz am 26.6.2008

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Zum 40-Jahr-Jubiläum kooperiert die Diözese Feldkirch mit dem Vorarlberger Landesmuseum bei der diesjährigen Gold-Sommerausstellung. Dabei ist nach Direktor Tobias Natter nicht nur das Gold selbst das Thema, sondern vor allem auch der Glanz des Goldes, die ganze Aura dieses edlen Materials. Übereinstimmend zitiert Generalvikar Benno Elbs im Ausstellungskatalog ein Gebet der Mechthild von Magdeburg: “Du leuchtest in meiner Seele wie die Sonne auf dem Gold.” Das KirchenBlatt sprach mit dem Museumsdirektor über seine Rückkehr ins Ländle,
seine Pläne für das neue Landesmuseum, die Kirche und die Highlights der Schau.

Tobias G. Natter ist in der Welt herumgekommen, hat Ausstellungen in Amerika und Japan und viele auch in Wien betreut. 20 Jahre war er aus dem Ländle weg. Zurückgekehrt an die Orte der Jugend, er war auch Zögling der Mehrerau, wird ihm bewusst, wie sehr er Dinge wie den Bodensee vermisst hat. Er sieht es als “große Herausforderung, das Landesmuseum neu zu positionieren, inhaltlich und baulich.” Tobias Natter hat dem Haus am Kornmarktplatz zweifelsohne neuen Schwung gegeben, und es ist ihm zuzutrauen, das er etwas von der Welt da draußen ins Ländle bringen kann.

Die Highlights. Der Chef des Hauses, der die 1000-Jahre-Gold-Ausstellung selbst zusammengestellt hat, tut sich ein bisschen schwer, sein persönliches Highlight zu nennen: “Dafür sind zu viele Schöne da.” Tatsächlich sind in der Ausstellung Exponate von außergewöhnlicher Schönheit und kunsthistorischer Bedeutung, wie etwa das “Evangelium Longum” aus dem Besitz Kaiser Karls des Großen, von dem überliefert ist, dass der kaiserliche Analphabet damit im Alter noch Lesen und Schreiben lernen wollte.
Nach kurzem Zögern nennt der Landesmuseums-Direktor doch noch ein für ihn herausragendes Werk. Der Wettinger Stifterkelch aus dem Besitz des Klosters Mehrerau, ein Werk von “unglaublicher Schönheit”. Der goldene Becher ist ein ganz erlesenes Werk der Goldschmiedekunst um das Jahr 1300. In diesem wurden 1968 die Zettelchen für die Abtwahl gesammelt, aus der Abt Kassian Lauterer als Ordensoberer hervorging.

Eine riesige Goldscheibe leuchtet in der Johanniterkirche wie eine Sonne. Die Ausstellung findet im Landesmuseum in Bregenz und in der Johanniterkirche in Feldkirch statt. Die hochkarätige Ausstellungsarchitektur wurde von “Baumschlager/Eberle” geschaffen. Während in Bregenz ein Überblick über 1000 Jahre Geschichte des Goldes in der Region, vom 6.-16. Jahrhundert gezeigt wird, sind in der Johanniterkirche die Objekte aus dem Vorarlberger Kirchenbesitz untergebracht. Die hochkarätige Installation von Baumschlager/Eberle ist eine “Art Tunnel mit Sehschlitzen”, und “am Ende hängt eine riesige Goldscheibe aus Konstanz, die zwei Meter Durchmesser hat, und die “in dieser Kirche leuchtet wie eine Sonne.”

Weitere Infos zur Ausstellung finden sie auf der Seite www.vlm.at.

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