auszeit

Rainer Juriatti am 2.7.2008

auszeit von Franz Kabelka

Franz Kabelka, den in Feldkirch wohnhaften Autor, kennt man am ehesten durch den preisgekrönten Roman “Heimkehr”, ein Krimi voller Ironie und Überhöhung, ganz “Kottan-like” geschrieben. Weniger bekannt ist, dass er zeitgleich den Bild- und Textband “auszeit” verfasst hat. In Griechenland nämlich, während eines Stipendienaufenthalts auf der Insel “Chios”. Und “auszeit” beschreibt exakt diesen Aufenthalt, das Leben auf der Insel, die Konfrontation des detailtreuen Beobachters mit den Menschen dort, mit Exoten ebenso wie mit der Landschaft, den Dörfern.

Während ich dies schreibe, bemerke ich, wie mangelhaft meine Schilderung des Buchinhaltes ist, angesichts der Form und Ausdrucksweise, die den Sequenzen zuinnerst mitgegeben wurde. Eine - möglicherweise, das weiß man bei Autoren nie - höchst authentische Beschreibung wunderbarer Erlebnisse und den in jedem Augenblick damit verbundenen inneren Zuständen des Schreibers in einem fremden Land, ganz den Sehnsüchten jedes abgearbeiteten, urlaubsreifen Erwerbstätigen entsprechend - womit der potenzielle Leser gemeint ist.

Noch einmal, in aller Kürze: Eine wunderbare Begegnung verspricht dieses Buch - mit poetisch lichtdurchfluteten Fotos, wunderbaren Texten eines Saxophon spielenden, Zigaretten verschlingenden, den Spuren der Griechen nachspürenden Feldkircher Autors, immer ganz von sich ausgehend in den akribischen Beschreibungen des Tages, seiner Gedanken, seiner Zweifel und seiner poetischen Sicht der Welt. Gänzlich ohne Pathos verfasst, das allein blieb diesem Beitrag hier vorbehalten. Wunderbar.

Ein Buch, das in jedem Urlaubskoffer Platz finden muss, auch wenn es nicht nach Griechenland geht.

Franz Kabelka, “auszeit”, 175 Seiten, 26 Euro, Bucher Verlag Hohenems, 2005, ISBN 3-902249-2.

Kommentarfunktion ist nicht aktiv.