Der Dynamik Gottes trauen

Wolfgang Ölz am 7.5.2008

 Ölzbild_KirchenBlatt_1968

An Pfingsten 1968 gab es noch keine Diözese Feldkirch. Aber die ‘Geburtsvorbereitungen’ waren wohl im vollen Gang. Das aktive religiöse Leben der Kirche im Land zwischen Piz Buin und Bodensee rechtfertigte die Einrichtung einer regionalen Teilkirche. Am 15. Dezember 1968 wurde das offiziell und in einem feierlichen Akt wurde die Diözese Feldkirch aus der Taufe gehoben.

Gültige Ordnung. Ein Blick in das Kirchenblatt zu Pfingsten 1968 führt zur Frage: Was ist heute noch von Bedeutung? Was ist vergangen und kann getrost auf sich beruhen? Der bestimmende „Grundton“ fällt sofort auf: Es gibt eine noch ungebrochen selbstverständliche Volkskirche, einen unhinterfragten und - trotz des Rumores der 68iger - tragenden gesellschaftlich-kirchlichen Konsens in wesentlichen Fragen bis hinein in Beziehung- und Lebensfragen der Menschen. Noch konnte der pfingstliche Leitartikler berichten, „dass doch die allermeisten (dank der bisher geltenden Ordnung) gefirmt sind.

Das Welt- und KirchenBild ist geprägt von Imperativen. Mit „Müssen” und “Sollen” wird das Ausrufszeichen exzessiv verbunden. Msgr. Hans J. Schramm (+ 30. Jänner 2002, Bischofsvikar in Tirol) rät den Lesern: „Urlaubspläne früh überlegen!“ und warnt vor einer Art Frühform des schädlichen All-Inklusivurlaubs. Der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie Dr. Rott warnt in seinem Beitrag „Stopp vor dem Ruin“ ganz im Stil der Zeit vor dem Alkoholismus, der nur „durch rechtzeitige Besinnung, Einsicht und Einkehr“ vermeidbar sei. Zwischen Moral und Lebenskunde gibt der erhobene Zeigefinger von „Lehrer, Pfarrer und Bürgermeister“ eindeutig den Takt an.

Prophetisch. Erstaunlich weit- und hellsichtige Texte, biblisch fundiert, theologisch dem Geist des damals ‘brandneuen’ Konzils angemessen und auch aktuell noch weit mehr als lesbar schrieb Dr. Klaus Egger (heute Bischofsvikar der Diözese Innsbruck): „Pfingsten, Licht und Kraft für morgen“ ist sein Artikel überschrieben, dessen Aussage durchaus aktuell ist: „Wenn wir der Botschaft des neuen Testaments glauben, dann sind wir berechtigt anzunehmen, dass Pfingsten auch für uns die große und feierliche Zusage Gottes ist, dass er die innere Dynamik christlichen Lebens ist, der man sich ruhig anvertrauen kann.“

Walter Buder / Wolfgang Ölz

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