Worte des Trostes, in Schwarz

Dietmar Steinmair am 13.3.2008

grabkreuz385.jpg

Über Bibel-Trost-Worte und liturgische Farben

Als Kind war ich eifriger Ministrant. Ich wohnte gleich neben der Kirche uns so hat mich der Herr Pfarrer damals öfters auch ums Ministrieren bei Beerdigungen gefragt. Dabei haben sich mir einige Worte, die immer - gleichsam rituell - auf dem Friedhof gesprochen wurden, tief eingeprägt: “Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist. Und jeder, der lebt und glaubt an mich, wird den Tod nicht schauen in Ewigkeit.” Der Herr Pfarrer hat das immer gesungen. Ich kann die Melodie auswendig, heute noch.

Warum ich mir das gemerkt habe? Weil ich - auch als Kind - intuitiv wahrgenommen habe, dass diese gesungenen Worte ein Trost waren für die Angehörigen. In einer Ausnahmesituation für sie, ja oft fürs ganze Dorf. Ich wusste damals nicht, woher genau die Worte kamen. Wusste nicht, dass sie Jesus bei der Auferweckung des Lazarus zu dessen Schwester Marta gesprochen hatte. Wusste nicht, dass diese Erzählung von der Toten-Auferweckung am 5. Fastensonntag gelesenwird, im elften Kapitel des Johannesevangeliums steht und schon vorausweist auf Tod und Auferstehung Jesu selbst. Ich war ja kein Theologe, damals, mit 10 Jahren oder so, im schwarzen Ministrantenkleid. Ich merkte nur, dass diese Worte die Angehörigen getröstet haben. Warum sonst wären sie gesprochen worden?

Apropos schwarz: Schwarz kommt heute als liturgische Farbe bei Beerdigungen nicht mehr vor. Schade eigentlich, sagte mir einmal ein Pfarrer, der einen eigenen Kopf hatte. Wer Schwarz als liturgische Farbe nicht aushält, der möchte keine Trauer zulassen, sondern sie verdrängen und gleich zur Auferstehung übergehen. Daher heißt es heute immer öfter Auferstehungsgottesdienst und nicht mehr Reqiem oder Begräbnisgottesdienst.

Doch Trauer gehört dazu zum Sterben. Trauer muss man Raum und Zeit geben, meint auch Elmar Simma. Damit man gut mit ihr umgehen kann. Ob nun in Schwarz oder nicht. Aber immer mit den tröstlichen Worten auf dem Friedhof.

Kommentarfunktion ist nicht aktiv.