Umunohu liegt in Afrika

Rainer Juriatti am 31.3.2008

Silvia Ibele beim Emeka Brillenprojekt in Afrika

Kaplan Emeka zu Gast in Bludenz.

Umunohu. Das Wort merk ich mir nie. Anfangs konnte ich diese eigenartige Tippkombination nie richtig in den PC eingeben. Brauchte zwei, drei Mal, bis es richtig war. Meine Finger spielten einfach nicht mit. Inzwischen geht es fehlerfrei: Umunohu. Das ist in Nigeria. Und Emeka, der kommt von dort. Probieren Sie’s: schreiben Sie mal “Emeka aus Umunohu”. Ist ganz schön fremd. Und doch kam mir der engagierte Kaplan näher. Weil ich die Silvia kenne. Silvia ist nicht aus Nigeria. Silvia, klingt ja schon danach, die ist aus Langen. Langen bei Bregenz. Sie lebt jetzt in Bludenz.

Und Silvia war es, die mich zunächst so beeindruckt hat. Die ist vor zwei Jahren einfach für 21 Tage oder so nach Afrika gegangen. Mit Emeka. Nach Umunohu. Silvia ist Optikerin. Und sie hat sich, ganz ihrem Herzen folgend, für drei Wochen in den Dienst der afrikanischen Augenheilkunde gestellt. Nur so. Ganz ohne Geld. Im Gegenteil. Sie hat sogar noch dafür bezahlt, um dabei zu sein. Mit Ärzten und Krankenpflegepersonal, mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Österreich hat sie gearbeitet.

Tausende Brillen hat sie gesammelt und noch heute bekommt sie Pakete von Menschen, die davon wissen und “ihre Optikerin” mit alten Modellen beliefern. Silvia ist ihrem Herzen gefolgt, das betone ich noch einmal. Und nun hat sie für Emeka einen Gottesdienst organisiert. Zum zweiten Mal wird er in Bludenz sein. Wird die KirchenbesucherInnen mit einer afrikanischen Feier aus ihrem mitteleuropäischen Alltag reißen. Beim letzten Mal, ich erinnere mich noch, sind die ersten Leute aus der Kirche gegangen, als die üblichen 45 Minuten vorbei waren und Emeka noch immer gepredigt hat. Dabei hat er erklärt, dass die Messfeier in Afrika sechs Stunden dauern kann. Weil die Menschen den Sonntag Gott widmen, weil es ein Ereignis ist, in den Gottesdienst zu gehen. In Bludenz dauerte es ein bisschen mehr als eineinhalb Stunden, bis Emeka zum Ende kam.

Silvia hat Musik organisiert für den Sonntag am 6. April. Alles wird afrikanisch sein. “Good News” aus Bürs wird die Lieder singen. Man darf gespannt sein auf dieses besondere Ereignis in Bludenz. Ganz unspektakulär beworben. Dabei geht es ja um etwas: Emeka wird sein Buch vorstellen, “Erfahrungen eines Afrikaners in Österreich”. Und er wird für seine Hilfsprojekte werben. Damit Menschen wie Silvia mit ihm nach Afrika gehen können, um den Menschen dort zu helfen. Und eines Tages, stelle ich mir vor, wird Silvia ein Buch schreiben. “Erfahrungen einer Österreicherin in Afrika”. Wir wollen darauf hoffen. Dem Herzen gefolgt, es soll noch einmal gesagt sein.

Silvias Reisebericht vom letzten Mal finden Sie hier.

Ein Kommentar zu “Umunohu liegt in Afrika”

  1. malefix sagt:

    Cool, so viel Courage! - Gratulation.