Die Nacktheit riskieren

Dietmar Steinmair am 4.3.2008

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Noch eine Heilung eines Blinden

Ein Blinder, so Sr. Clara Mair vor zwei Tagen, ist seiner Würde beraubt. Er muss sozusagen mit runtergelassenen Hosen herumlaufen. Ein Blinder steht nackt vor der Gesellschaft da. Doch Jesus gibt den Blinden Augenlicht und Würde zurück, so erzählt die Bibel mehrfach. Einer davon ist Bartimäus, der Blinde von Jericho (Mk 10,46-52).

Bartimäus erkennt, dass da ein Heiliger am Vorbeigehen ist. Er ruft laut nach Jesus und sein Erbarmen. Die Leute wollen den Bartimäus zunächst zum Schweigen bringen, doch er schreit noch viel lauter. Da ruft ihn Jesus zu sich.

Und jetzt macht Bartimäus etwas, das mir immer belanglos schien, das ich immer überlas. Aber einem Volksschulkind war es einmal aufgefallen: Bartimäus, so die Bibel, wirft seinen Mantel weg, springt auf und läuft auf Jesus zu. Er wirft seinen Mantel weg und läuft davon. Wie kann Bartimäus jemals wieder seinen Mantel finden, fragte das Volksschulkind, den Mantel, der für ihn doch überlebensnotwendig ist? Doch der Blinde riskiert die Nacktheit, um Jesus zu erreichen.

Volles Risiko. Wenn Jesus nicht hilft, dann ist er bedient, der Bartimäus. Dann hätte er statt einer gleich zwei Stigmata. Doch auch hier schaut Jesus auf den Menschen und gibt dem Bartimäus seine Würde zurück. Jesus bekleidet ihn wieder mit Würde und Augenlicht und gibt dem Bartimäus so die Chance, wieder Respekt auf gleicher Augenhöhe statt bloßes Mitleid zu erhalten. Der Blinde, der die Nacktheit riskiert, findet Licht und Leben wieder.

Nackte, sie werden bekleidet.

Ein Kommentar zu “Die Nacktheit riskieren”

  1. mario sagt:

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