Vom Fremden

Rainer Juriatti am 21.2.2008

Vom Fremden II

Das dritte der Sieben Werke der Barmherzigkeit

Zurück werfe ich einen Blick auf das Bürgerforum zur “Minarettdiskussion” in Bludenz. Was für ein Wort: Minarettdiskussion. Als würde sich die Akzeptanz, die Freude, die Erlaubtheit des Fremden in meinem Leben an einem Minarett aufhängen. Sieben Werke der Barmherzigkeit beinhalten auch diesen wesentlichen, konkreten Moment in jedem Leben: das Fremde muss ich hereinlassen. Ich muss dem Fremden Obdach geben, muss mich selbst dabei zunächst öffnen, um es angstfrei zulassen zu können. Gottesvertrauen gehört hier dazu. Auf Gott zu bauen, der dieses angstfreie Hereinlassen ermöglicht.

Das Fremde bleibt mir nur so lange unverständlich, bis ich auf das Fremde zugegangen bin. Ich muss es kennen lernen, um es zu begreifen. Ohne Anspruch darauf, es nicht mehr als fremd zu empfinden. Es darf mir fremd bleiben.

Zeig mir, was dir heilig ist, so nennt sich eine Begegnung von Christen und Muslimen, die am kommenden Freitag in Dornbirn Rohrbach wieder ermöglicht wird. Seit einigen Jahren organisiert das CMF, das Christlich-Muslimische Forum Batschuns, in Vorarlberg Treffen der Glaubensgemeinschaften. Ein idealer Fall des Kennenlernens wird hier geschaffen. Das Forum möchte Vorarlberger Christen und Muslimen damit die Möglichkeit bieten, sich und die “anderen” in ihrer religiösen Identität kennen zu lernen und dadurch besser zu verstehen.

Das nächste Treffen unter dem Titel “Zeig mir, was dir heilig ist” findet am kommenden Freitag, 22. Februar um 16.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Christoph in Dornbirn-Rohrbach statt. Es lohnt sich, dabei zu sein. Man trifft sich gemeinsam mit Bischof Elmar in der Kirche und später sitzen alle im Pfarrsaal an einem Tisch. An einem Tisch! So komme ich dem Fremden näher. Stück für Stück.

Zum Fremden lesen Sie bitte auch von Elmar Simma im KirchenBlatt dieser Woche.

Ein Kommentar zu “Vom Fremden”

  1. Karl Schulz sagt:

    Um zu zeigen, was einem heilig ist, muss man selbst zunächst einmal glaubwürdig Zugang zum Heiligen haben.
    Ob da Dornbirn-St. Christoph der richtige Ort ist?